Der Snoezelraum

 

Der Snoezelraum (niederländisch. sprich snusel ) ist ein speziell für schwerbehinderte Menschen eingerichteter Raum, der diesen eine entspannte, erholsame Atmosphäre bieten soll. Immer mehr Beliebtheit erfährt er in Kindertageseinrichtungen. Der Snoezelraum ist eingerichtet mit Materialien, die bestimmte Sinneswahrnehmungen anregen können. Folgende Materialien können eingesetzt werden:

Weichbodenmatten

Vibrationsmatte

Wasserblasensäule

Flüssigkeitsprojektor

Hängematte

Schaukelliege

verschiedene Massagegeräte

Windspiel

Spiegel

Tücher …


Beim Snoezeln ist es möglich, sich auf einzelne Sinneswahrnehmungen, wie nur das Tasten, zu konzentrieren. Die Sinne sollen also nicht in der Breite, sondern in der Tiefe angesprochen werden. Um dies zu ermöglichen, versucht man, die gewünschten Reize selektiv anzubieten und gleichzeitig unnötige Reize zu reduzieren. Das Reizangebot ist so angelegt, dass es dem Kind angenehme, lustvolle Sinneswahrnehmungen ermöglicht. Als Prinzip gilt dabei, dem Kind so weit wie möglich den nötigen Freiraum und die Zeit zu lassen, selber auszuwählen bzw. anzuzeigen, welche Reize er als angenehm empfindet. Dabei soll die Anregung nicht von den Erziehern, sondern von den Dingen im Raum ausgehen. Material und Umgebung sollen so einladend und anregend sein, dass die Kinder dadurch zur Aktivität stimuliert werden. Gleichzeitig sollte die Umgebung die notwendige Ruhe ausstrahlen, um Entspannung zu ermöglichen, denn das Erleben der direkten Umgebung, das einfache Auf-sich-wirken-lassen und das angenehm passive Genießen sind schon Ziele.

  


Die Bobath-Therapie

 

Das von Dr. Karel Bobath /Neurologe und Psychiater (1906-1991) und Dr.h.c. Berta Bobath /Physiotherapeutin (1907-1991) in London entwickelte Konzept diente ursprünglich der Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen mit erworbener Bewegungsstörung (z.B. nach Schlaganfall). Es fand jedoch bald Anwendung auch in der Therapie von Säuglingen und Kindern mit angeborenen Bewegungsstörungen (u.a. mit Spastizität / Athetose). Seit den Anfängen in den 40er Jahren wurde in stetiger Weiterentwicklung ein Konzept erarbeitet, das auf der Entwicklung der Hirnfunktion bzw. neurophysiologischer Grundlage basiert und sich durch seinen ganzheitlichen Ansatz auszeichnet. Dieses Konzept - bewußt nicht als "Methode" deklariert - ist so angelegt, daß auch in Zukunft weitere wissenschaftliche Erkenntnisse und empirische Erfahrungen einbezogen werden können.
Heute behandeln TherapeutInnen verschiedener Fachrichtungen (PhysiotherapeutInnen, ErgotherapeutInnen, LogopädInnen) PatientInnen mit zerebralen Bewegungsstörungen sowie mit sensomotorischen Auffälligkeiten und anderen neurologischen und neuromuskulären Erkrankungen einschließlich kognitiver Beeinträchtigungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter nach dem Bobath-Konzept.

 


Die Basale Stimulation®

 

Die Basale Stimulation ist ein Konzept das primär für die Früh- und Wahrnehmungsförderung bei geistig und körperlich Behinderten von Prof. Andreas Fröhlich entwickelt worden ist.
Aufgrund sehr guter Erfolge überlegte man dieses Konzept auch in die Pflege zu übertragen, was sehr gut möglich ist, da die Prinzipien in der Basalen Stimulation eine grundlegende, elementare und allgemeingültige Bedeutung für alle Menschen haben. Ob krank oder gesund, alt oder jung.
Die Basale Stimulation ist trotzdem natürlich vor allem für akut und chronisch erkrankte Menschen von großer Relevanz.
Basale Stimulation bedeutet, daß es sich um eine grundlegende, elementare Anregung in der Pflege handelt. Genauer gesagt wird Menschen mit Aktivitäts- oder Wahrnehmungsstörungen ein Angebot für ihre persönliche Wahrnehmungs- und Entwicklungsfähigkeit gemacht.

Basale Stimulation befaßt sich vor allem mit der Bedeutung von:

Wahrnehmung
Bewegung
Kommunikation
Somit ist Basale Stimulation vor allem für Menschen geeignet, die in ihrer Möglichkeit zur Wahrnehmung, Bewegung und Kommunikation eingeschränkt sind.

 



Dietrich Bonhoeffer
Theologe 1906-1945

1906
4. Februar: In Breslau (heute: Wroclaw/Polen) werden die Zwillinge Sabine und Dietrich Bonhoeffer als Kinder des Professors für Psychiatrie und Neurologie Karl Bonhoeffer und dessen Ehefrau Paula (geb. von Hase) geboren.

1912
Umzug der Familie nach Berlin.

1923-1927
Evangelisches Theologiestudium in Tübingen, Rom und Berlin.

1927
Promotion in Berlin mit der Arbeit "Sanctorum communio. Eine Untersuchung zur Soziologie der Kirche".

1928
Januar: Bonhoeffer legt das Erste theologische Examen ab.
Vikariat in Barcelona.

1929/30
Assistent an der Berliner Theologischen Fakultät.

1930
Zweites theologisches Examen und Habilitation.
Studienaufenthalt am Union Theological Seminary in New York (USA).

1931-1933
Privatdozent an der Universität Berlin und Studentenpfarrer an der Berliner Technischen Hochschule.
Bonhoeffer lernt Karl Barth (1886-1968) in Bonn kennen.

1933-1935
Nach Adolf Hitlers Ernennung zum Reichskanzler reist Bonhoeffer nach Großbritannien und übernimmt die Betreuung der deutschen evangelischen Gemeinde in London-Sydenham.

1934
Als Leiter der deutschen Jugenddelegation nimmt er an der ökumenischen Tagung auf Fanö (Dänemark) teil und warnt in seiner "Friedensrede" vor der drohenden Kriegsgefahr.

1935-1937
Vertreter der "Bekennenden Kirche", die Christentum und NS-Rassenideologie als miteinander unvereinbar erklärt, bitten Bonhoeffer um seine Rückkehr nach Deutschland. Obwohl er sich des Risikos christlichen Bekennens im Nationalsozialismus bewußt ist, folgt er dem Ruf zur Leitung des Predigerseminars der "Bekennenden Kirche" in Zingst und Finkenwalde (bei Stettin).

1936
August: Ihm wird die Lehrerlaubnis für Hochschulen entzogen.

1937
Ein Erlaß Heinrich Himmlers verfügt die Schließung des Finkenwalder Predigerseminars. Die Arbeit wird jedoch auch von Bonhoeffer im Untergrund fortgesetzt.

1939
Bonhoeffer lehnt eine Berufung in die USA ab und kehrt kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs von einer Vortragsreise aus Nordamerika nach Deutschland zurück.

1940
Das von ihm illegal geleitete Predigerseminar wird zum zweiten Mal geschlossen. Bonhoeffer erhält Rede- und Schreibverbot.
Bonhoeffers Geschwister, Klaus Bonhoeffer und Christine von Dohnanyi, engagieren sich ebenfalls im Widerstand.

1940-1943
Er erhält über seinen Schwager Hans von Dohnanyi Anschluß an den politisch-militärischen Widerstand um Admiral Wilhelm Canaris, der ihn im Amt Ausland/Abwehr im Oberkommando der Wehrmacht (OKW) beschäftigt. Als Vertrauensmann knüpft Bonhoeffer mit Hilfe seiner ökumenischen Kontakte Verbindungen zwischen den westlichen Regierungen und dem deutschen Widerstand.

1942
In Schweden trifft er als Vertreter der deutschen Opposition George Bell (1883-1949), den Bischof von Chichester. Beide erörtern Friedenspläne nach einer Ausschaltung Hitlers. Das britische Außenministerium weigert sich, mit einer neuen deutschen Regierung Frieden zu schließen, ohne daß diese bedingungslos kapituliert.

1943
7. Januar: Verlobung mit Maria von Wedemeyer.
5. April: Bonhoeffer wird von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) unter der Beschuldigung der Wehrkraftzersetzung verhaftet.

1943-1945
Inhaftierung im Militärgefängnis Berlin-Tegel, im Berliner Gestapogefängnis in der Prinz-Albrecht-Straße und im Konzentrationslager (KZ) Buchenwald.

1944
Erst nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 gelingt es der Gestapo, Bonhoeffer eine Widerstandstätigkeit nachzuweisen.

1945
8. April: Die Schutzstaffel (SS) verschleppt Bonhoeffer in das KZ Flossenbürg.

1945
9. April: Kurz vor der Befreiung des Lagers durch die Amerikaner werden Dietrich Bonhoeffer, Wilhelm Canaris und General Hans Oster von einem SS-Standgericht zum Tode verurteilt. Das Urteil wird am gleichen Tag durch den Strang vollstreckt.
(Quelle: http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/BonhoefferDietrich/)


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