Die Anfänge der Betreuung und Förderung von Menschen
mit Behinderungen
im Kreis Wittenberg und die Gründung des Augustinuswerkes e.V.
In der DDR wurde von staatlicher Seite viel zu wenig für Menschen mit Behinderungen
getan. Umso anerkennenswerter ist der private Einsatz der betroffenen Eltern und der wirklich
Engagierten auf dem Gebiet der Behindertenhilfe.
In Wittenberg begann die Arbeit im Interesse der Menschen mit Behinderungen 1969
auf dem Gelände der Hufelandklinik, einer Klinik für krebskranke Patienten. Das war
der persönlichen Initiative von Herrn Dr. Bertram und Herrn Dr. Herberger auf Drängen
der Eltern zu verdanken.
13 Jahre später wurde eine ehemalige Schule der sowjetischen Armee als Wohnheim
und Tagesstätte für Menschen mit Behinderungen hergerichtet, leider nicht behindertengerecht.
1989 eröffnete das damalige Kreis-Reha-Zentrum eine Sonderkindertagesstätte,
immer wieder auf Druck der Eltern.
Parallel dazu wurde seit 1977 eine kleine geschützte Werkstatt betrieben.
Es war eine Zeit des Lernens und Experimentierens, des persönlichen Einsatzes
und Bemühens, die Anliegen der Behinderten zu fördern, oft gegen große Schwierigkeiten
oder gar Widerstände.
Wir erinnern an die Tage und Wochen der Wende. Bei den Friedensgebeten in den
großen Kirchen der Stadt und bei öffentlichen Demonstrationen wurde der Wille des
Volkes artikuliert, die Stasi-Gebäude den Behinderten zuzusprechen. Unvergessen ist die
Demonstration vom 28. 11. 1989 zum Gebäude der Stasi hin. Unter dem Motto "Ich trage
ein Licht zur Stasi" wollte man Licht in dieses finstere Kapitel der DDR-Geschichte bringen.
Tausende von Menschen fanden sich mit Lichtern in ihren Händen in der Melanchthonstraße
ein und stellten die brennenden Kerzen auf die mit Stacheldraht gesicherten Mauern der Stasi.
Es war "wie Weihnachten!"
Das Volksbegehren kam aus den Kirchen, und so ist es kein Wunder, dass seitdem
in kirchlichen Kreisen ein lebendiges Interesse besteht, die Behindertenarbeit weiter zu fördern.
Durch Kontakte zum Caritasverband in Essen und zum Franz Sales Haus, einer Einrichtung für
Menschen mit Behinderungen sowie im Erfahrungsaustausch mit den Göttinger Werkstätten
und der Göttinger Schule für Körperbehinderte machte man sich mit den neuen
Aufgaben vertraut.
So kam es im November 1990 zur Gründung eines Trägervereins. Mitglieder
wurden neben einigen interessierten Einzelpersonen die Katholische Pfarrgemeinde St. Marien
Wittenberg, der Evangelische Kirchenkreis Wittenberg und das Franz Sales Haus in Essen. Seit
dem 1. Juli 1991 ist die Einrichtung in die Sorge und Verantwortung dieses Trägervereines
gegeben - unter der Obhut des Caritasverbandes für das Bistum Magdeburg.
Nachdem wir in Wittenberg das Panzerdenkmal gleich bei der Schloßkirche
am Eingang zur Altstadt losgeworden sind, sehen wir in der Einrichtung in den ehemaligen Stasi-Gebäuden
so etwas wie ein neues Denkmal, ein Denkmal der Wende. Aus den gefürchteten Stasi-Gebäuden
wurden Häuser tätiger Nächstenliebe.
Bei der Gründung des Vereins wurde ökumenisch gedacht und gehandelt.
Es sollte auch ein Erinnerungszeichen sein an die Wochen der Wende, in denen wir alle, nicht
nur die Christen, wie ein Mann zusammengestanden haben.
Am 28. 8. 1991 wurde in einem Festakt das Reha-Zentrum für den Kreis Wittenberg
in die Trägerschaft des Augustinuswerkes e.V. übergeben.

Die Festansprache hielt Herr Superintendent Steinwachs. Vorausgegangen war am
Vorabend ein ökumenischer Gottesdienst in der Katholischen Pfarrkirche St. Marien.
Am Fest selbst, dem Tag des Heiligen Augustinus, wurde der neue Name bekannt gegeben.
Es ist ein anspruchsvoller Name, der bei der Bevölkerung der Stadt manche Frage lebendig
werden lässt.

Der Name Augustinus ist seit vielen Jahrhunderten mit der Stadt Wittenberg verbunden
durch das ehemalige Augustinerkloster und den Augustinermönch Martin Luther.
Augustinus wird auf Bildern in der Regel mit dem Herzen, dem Symbol der Liebe,
und mit dem Buch dargestellt. Auch Martin Luther hat das Herz in seinem Wappen. Augustinus
steht bei evangelischen und katholischen Christen in hohem Ansehen. "Dein Wort hat mich
ins Herz getroffen!", das sollte für uns alle gelten, besonders in Bezug auf die
Worte Christi über die Nächstenliebe.
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23.11.1990 |
Gründung des Trägervereines als Reha-Zentrum für den Kreis Wittenberg e.V |
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28.08.1991 |
Festakt zur Gründung des Augustinuswerkes
e.V. und Übernahme der |
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01.01.1992 |
Übernahme der Trägerschaft des Heimes in Splau |
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01.09.1992 |
Übergabe der Trägerschaft für die Frühkindliche Entwicklungsförderung |
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01.07.1993 |
Übergabe der Trägerschaft für das Betreute Wohnen im Landkreis Wittenberg |
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01.05.1993 |
Übernahme der Kindertagesstätte "Am Tierpark" |
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01.09.1995 |
Umgestaltung zur Integrative Kindertagesstätte |
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28.08.2001 |
Ökumenischer Gottesdienst zum 10-jährigen
Jubiläum des Augustinuswerkes e.V. |
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28.05.2007 |
Ökumenischer Gottesdienst aus Anlass der Einweihung des Denkmals für den Hl. Augustinus |
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02.03.2009 |
Feier zum 10-jährigen Bestehen des
Altenpflegeheimes Bad Schmiedeberg, |
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13.05.1992 |
Haus Bodelschwingh, Lutherstadt Wittenberg |
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09.01.1995 |
Melanchthonstraße 4; WH an der WfbM |
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25.10.1996 |
Neubau Werkstatt für behinderte Menschen, Lutherstadt Wittenberg |
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01.04.1997 |
Melanchthonstraße 5; Betreutes Wohnen |
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16.05.1998 |
Altengerechte Wohnanlage; Bad Schmiedeberg |
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26.06.1998 |
Neubau Fördergruppe |
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28.10.1998 |
Neubau Wohnheim; Melanchthonstraße 6a, WH gbM |
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16.06.1999 |
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18.10.2000 |
Neubau Zweigwerkstatt in Jessen |
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06.04.2002 |
Eröffnung
Intensiv Betreutes Wohnen |
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01.04.2005 |
Eröffnung die
ANDERE werkstatt |
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28.08.2005 |
Abschluss der Sanierung,
Melanchthonstraße 6, Lutherstadt Wittenberg |
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01.05.2007 |
Erweiterung unseres Wohnangebotes
Intensiv Betreutes Wohnen |
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01.05.2007 |
Vorbereitungen zur Eröffnung eines neuen Standortes für Bereiche der WfbM |
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28.09.2007 |
Einweihung der Zweigwerkstatt in Wittenberg |
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08.05.2009 |
Feierliche Namensgebung "Franziskushaus" zum 10-jährigen Bestehen des Wohnheimes gb M |
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Ambulante Hilfen |
Wohnmöglichkeiten |
Anerkannte Werkstatt |
Altenhilfe |
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Korporatives Mitglied im Caritasverband für das Bistum Magdeburg e.V. |
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