Herausforderungen an kirchliche Einrichtungen in der heutigen Zeit - Chancen und Risiken
Neujahrsempfang des Augustinuswerkes 2010
Andreas Engelmann


Einhundert Gäste hatten trotz des winterlichen Wetters die Einladung der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde zum Neujahrsempfang des Augustinuswerkes angenommen.
Die Gäste aus Kirche und Politik, Freunde, Förderer und Mitarbeitende des Augustinuswerkes wurden durch den Vereinsvorsitzenden Dr. Reinhold Weber herzlich begrüßt.

Herr Minister Dr. Reiner Haseloff überbrachte die Grüße der Landesregierung und erinnerte in seinem Grußwort an den nunmehr 20 jährigen Entwicklungsweg des Augustinuswerkes. Er betonte den positiven Wandel in der Behindertenhilfe. Weg von der bloßen Versorgung von Menschen mit Behinderungen hin zur Förderung und differenzierten Begleitung dieser Menschen auf ihrem Weg innerhalb unserer Gesellschaft. Weg von Ab- und Ausgrenzung hin zu Integration und einem gemeinschaftlichen Miteinander. Es gelte diese positiven Entwicklungen zu sichern und weiter auszubauen, wohlwissend, dass dies in finanzieller Hinsicht zu Lasten kommender Generationen erfolge.

Mit mehrfachem, langanhaltendem Applaus wurde den Schauspielern unter der Leitung von Herrn Srugies für die Aufführung des diesjährigen Theaterstückes gedankt. Die Laienspieler, bestehend aus Bewohnern des Diest-Hofes Seyda und dem Augustinuswerk erfreuten die Gäste mit dem Stück: "Don Quichotte". In dieser sehr gelungenen, humorigen Aufführung wurde dem Zuschauer vor Augen geführt, wie sich Don Quichotte immer wieder in Schwierigkeiten begab, weil er die Dinge mit seinen Augen anders sah, als der Rest der ihn umgebenden Menschen.

Festredner dieses Tages war Herr Prälat Hellmut Puschmann, Vorsitzender des Caritasverbandes für das Bistum Dresden-Meißen. In seinem Vortrag verwies er auf die Besonderheiten kirchlicher Einrichtungen. Diese "haben eine Signalfunktion auch in der Frage des Umgangs miteinander, des Stils und des Geistes in unseren Einrichtungen." Weiterhin machte er deutlich: "Wenn kirchliche Einrichtungen sich abheben wollen durch einen anderen Geist, durch eine andere Einstellung zum Menschen, dann ist das kein sanftes Gesäusel, das durch die Flure weht, sondern bedeutet gemeinsames Mühen um die Motivation, bedeutet Kollegialität, Solidarität, Bereitschaft zur ständigen Reform."
Prälat Puschmann skizzierte weiterhin Fragestellungen und Problemfelder, die durch die vielfältigen Veränderungen im Bereich der Arbeit für Menschen mit Behinderungen entstanden und für manche Einrichtung von existenzieller Bedeutung geworden sind.

Abschließend machte er Mut, die Herausforderungen anzunehmen und die jedem eigene Lebenserfahrung und Fachkompetenz in die tägliche Arbeit einzubringen.

Für "den guten Ton" zum Neujahrsempfang sorgten Frau Hohaus, Violine und Herr Kober am Flügel. Dafür ebenfalls einen herzlichen Dank.

© Augustinuswerk 2010

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